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Mein Malstil

 

 "Noch einen Schritt weiter in die Tiefen der Schöpfung, frei von Motiv und Abbildern, geht Ursula Paul in ihren "Energiepolstern", in denen sie Ursprungsformen des Reinen wiederzuentdecken hofft, eine Primitivität des Unverbrauchten, wie dies Jean Dubuffet (1901-1985) anstrebte.

Ursula Paul folgt damit der Konzeption der Art brut, die eine Kultur im Rohzustand sucht. Sie sucht ungewöhnliche Techniken und primitiv anmutende Bildgestaltungen. Das gibt ihr die Nähe zum Informell der Nachkriegszeit, von dem eingangs die Rede war. Ihr Objekt "send love to our earth" aus Seegras, Sand in Acryl auf Leinwand erinnert in der Oberflächenstruktur an Mauerputz. Ihre radikale Loslösung von den Normen führt sie zu einer humanen Betrachtung der Erde und der Umwelt. In der Arbeit "rescue : energy" verbindet sie Strukturen der Flora mit Acryl und Stahl. Die Arbeiten wurden zum internationalen Jahr des Bodens der Vereinten Nationen vom 27.08. bis 17.10 2015 geschaffen".

 

Dr. Friedhelm Häring, Kunsthistoriker mehr auf Wikipedia

 

v.l.n.r. Patricia Vogler, Dr. Friedhelm Häring und Ursula Paul

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In ihren informellen Bildern werden die natürlichen Farben der Erde lebendig. Die bevorzugten Maluntergründe sind feine Leinwände, wie auch sprödes Metall. Auf den silber- oder goldgrundierten Metallplatten werden reine, pudrig leichte Pigmente in Acryl verwendet. In ihren sensiblen Arbeiten mit Acrylfarben auf Leinwand sind oft Fundstücke aus der Natur wie Federn, Sand oder Hölzer eingearbeitet. Manche ihrer Werke wirken mit Licht transparent, welches die Vielschichtigkeit des Malauftrags erkennen lässt. Viele Werke von Ursula Paul sind eine Hommage an die Erde und sollen uns wieder an unseren Ursprung respektvoll erinnern. Sie entstehen in einem meditativen Prozess und erschaffen so nicht etwas, sondern sind durch etwas erschaffen. 

 
Das tänzerische Spiel des Pinselstrichs erzeugt einen Dialog aus dem sich allmählich Poesie und Bedeutung des Bildes entwickeln. Es ist ein unbeschwertes Zulassen unerwarteter Möglichkeiten, ein langsames vorwärts Abtasten, ohne zu wissen wohin es führt. Diese Art der Zufälle wiederholen sich. Die Bilder verweigern sich schnellen Deutungen und erfordern ein liebevolles Beschäftigen mit dem Auge. So tastet der Betrachter das Werk ab und vollzieht im Inneren die erlebten Bewegungen der Malerin. Was das Bild ausmacht, ist das Erlebnis, das es ausstrahlt. Er spürt Kräfte und Vorgänge, er soll Erkenntnisse schöpfen, denn Bewusstsein ist der Vollzug des Sehens - Selbstaktivierung des Sehens.
 
Malerei bedeutet die Verwandlung von Material in einen anderen Zustand. Das Material ist nicht nur Bildträger, sondern alles - pastose Farbmassen, sandige Oberflächen, weiche und verputzartige Pasten – von glatt bis rissig und rau – sie sind reagierender Widerstand und formlose Gründe, die an urzeitliche und geologische Zustände erinnern. Es ist eine Manifestation von Formlosigkeit und Nährboden für Farbauftrag und Zeichnung. Die greifbare Plastizität steigert durch ihre haptischen Elemente die innere Dynamik der Bilder. Die Werke sollen wie eine körperliche Berührung sein. 
 
Das Bild ist nicht ein eigener imaginärer Raum, sondern reales und materielles Objekt, das mit dem Umraum kommuniziert. 
 
2014 wurden Werke der Künstlerin für eine öffentliche Sammlung angekauft.

 

Nach Experimenten mit dem Malen auf verschiedenen Textilien, wie Crèpe de Chine, Satinseide und Leinen integriert sie heute verschiedene Materialien, wie aus der Natur gefundene Stücke, Erden und Acrylpasten reliefartig in ihre Werke auf Leinwand und schweren, lackierten Metallplatten. Sie malt mit Pigmenten der Erde in Acryl, meistens Gelbtöne von Zitrone, warmem Sonnengelb, Kurkuma, das Rot von Rosen bis Henna. Ihr schönstes Vorbild ist die Erde. Ursula Pauls Bilder sind informell.